In den letzten Jahren wurde von Michael
Schneider ein Buch über die
"Theologie des christlichen
Gebetes" erarbeitet,
das nun im Echter Verlag erscheint (386 Seiten, 29.- Euro).
Die theologische
Reflexion über das Gebet steht meist eher am Rande des theologischen
»Alltagsgeschäftes«, auch wenn es sich bei ihm um einen, ja den
Grundakt christlicher Existenz handelt. Die Ausführungen
beginnen mit der neuzeitlichen Problemanzeige und entfalten eine
theo-anthropologische bzw.
trinitätstheologische Grundlegung des
Gebetes im Leben des eingeborenen
Gottessohnes, der den Menschen in das ihm eigene Gebet zum Vater
einführt. Wohl lassen sich viele anthropologische
Voraussetzungen und Zugänge zum christlichen Gebet angeben, doch
unterscheidet es sich grundlegend von Vollzügen des Betens und der
Kontemplation in anderen Religionen; seine Spezifika erklären sich
aus seiner christologischen und pneumatologischen Begründung wie
auch aus dem Studium der Heiligen Schrift und der Feier der
Liturgie; seinen authentischen Ausdruck findet es als
»immerwährendes Beten«. Jede theologische Erkenntnis zielt auf den
Nachvollzug des innertrinitarischen Lebens Gottes und seines
Heilswirkens, sie endet nicht im Begreifen und Erkennen, sondern
mündet in die Homologie: »Gibt es überhaupt eine Wahrheit außerhalb
des Gebetes?« (Hans Urs von Balthasar).